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Archiv - © Alfred Rhomberg

"Igler Kommentare" (frühere)

 

 

 

 

Das Zerbrechen des sozialen und politischen Gefüges

 

Es ist nun schon zwei Monate her, dass ein „Igler Kommentar“ hier veröffentlicht wurde. Der Grund dafür sind die gewaltigen Zwistigkeiten zwischen und innerhalb aller Parteien -  nicht nur in Österreich und Deutschland, sondern in allen Ländern mit demokratischen oder pseudodemokratischen Strukturen. Der Kommentator nimmt bekanntlich bewusst nicht zu tagespolitischen Ereignissen Stellung, sondern versucht, bereichsübergreifende Sichten zu vermitteln.

 

Die Gründe für die sozialen und politischen Verwerfungen liegen auf der Hand:

  • In den meisten Ländern haben Wahlen stattgefunden, wobei die Wahlergebnisse oft eindeutige Koalitionen bzw. Regierungsbildungen kaum zulassen.
  • In anderen wichtigen Industrienationen stehen Wahlen oder Referenden/ Volksabstimmungen an (USA, Großbritannien, Spanien, Italien, Israel etc.)
  • Weiters gibt es viele halbdiktatorische oder ökonomisch unterentwickelte Länder (postkommunistische Länder, und in Afrika, Südamerika und Asien), in denen die Bevölkerungen so arm sind, dass der Zorn ständig wächst. Ihre Regierungen sind korrupt und notwendige Maßnahmen zur Verbesserung wirtschaftlicher Infrastrukturen bleiben daher auf der Strecke.
  • Und dann gibt es leider auch wirtschaftlich saturierte Länder, in denen große Teile der Bevölkerung durch den wachsenden Konsumzwang immer verwöhnter werden und der Neid der weniger Begüterten deshalb wächst – oft gibt es in diesen Ländern korrupte PolitikerInnen, was den Neid und die Politikverdrossenheit zusätzlich schürt.
  • Demonstrationen gab es auch früher, heute wird gegen bzw. für „alles und jedes“ demonstriert. Demonstrationen sind ein legitimes Mittel der Meinungsfreiheit – nicht legitim sind gewalttätige Ausschreitungen, die dann meist zu Zusammenstößen mit Andersdenkenden und der Polizei führen.

 

War das früher besser? -  Nein!

 

Wir leben in den Industrieländern seit Jahrzehnten in einer, geschichtlich betrachtet, relativ „friedlichen“ Zeit, was sich leider sehr schnell ändern kann. Ältere Menschen, welche die Kriegsjahre und die Nachkriegszeit noch erlebt haben, wissen das aus eigener Erfahrung, die Jugend kennt diese Zeit jedoch nur aus Erzählungen, d.h. „aus zweiter Hand“ - die beiden Weltkriege sind ihnen nicht greifbarer bewusst als beispielsweise die napoleonischen Kriege und die derzeit in Nordafrika tobenden Kriege. Trotz ständiger medialer Berichterstattung (oder vielleicht gerade deswegen) ist das alles „weit weg“, weil das Interesse der Jugend in der Gegenwart ihrer behüteten, konsumorientierten Heimatsländer verankert ist. Im Gegensatz  dazu  wussten die meisten Menschen in früheren Zeiten nicht, was sich außerhalb (aber auch innerhalb) ihres näheren Lebensbereiches abspielte, sonst hätte es weder den Ersten Weltkrieg noch ein Nazi-Deutschland bzw den Zweiten Weltkrieg gegeben.

 

Welche Gefahren bestehen heute?

 

Die Erforschung und Realisation technischer Errungenschaften (Computer, Smartphon und Robotics) geht immer schneller voran, das Nachdenken darüber oder gar „kontemplatives“ Denken kommen dabei zu kurz. Schul- und Berufsausbildungen streben einen möglichst schnellen Einsatz im Berufsleben an - als Ausgleich suchen sich viele Schulabgänger dann Befriedigung bei Dingen, die medial angeboten werden, wobei das Smartphon eine wesentliche Rolle spielt. Wie bei allen technischen Errungenschaften ist jedoch nicht „das Smartphon“ an dieser Entwicklung schuld, sondern wie man damit umgeht. Durch das Smartphon wird insbesondere die Lesefähigkeit verdrängt, obwohl das Lesen nach wie vor zu den wichtigsten Mitteln gehört, Bildung zu erweitern und die Sprachfähigkeit zu verbessern.

 

FACIT: Es wird nicht beim Smartphon bleiben – in der industriellen Entwicklung kann niemand voraussehen, was die Zukunft bringt.

 

Wie wir uns auf diese Zukunft einstellen sollten, ist aus dem Inhalt dieses Kommentars weitgehend ablesbar. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen muss eine bessere Schulpolitik sein, in welcher sowohl das Lesen, als auch die gedankliche Aufarbeitung in Fächern wie Geschichte, Geografie und Naturwissenschaften einen höheren Stellenwert erhalten.

 

(03.12. 2019)

 

CORONA – eine neue Bedrohung und derzeit noch keine Ende der Folgen abzusehen

 

Es sind wieder mehrere Monate her, dass ein „Igler Kommentar“ hier veröffentlicht wurde. Der Grund dafür waren die gewaltigen Zwistigkeiten zwischen und innerhalb aller Parteien -  nicht nur in Österreich und Deutschland, sondern in allen Ländern mit demokratischen oder pseudodemokratischen Strukturen. Der Kommentator nimmt bekanntlich bewusst nicht zu tagespolitischen Ereignissen Stellung, sondern versucht, bereichsübergreifende Sichten zu vermitteln.

 

CORONA

 

Für einen ehemaligen Pharmaforscher eines großen Pharmakonzerns ist es ernüchternd, dass uns das Problem vermutlich noch lange verfolgen wird. Ich habe mehrere große Pandemien in meinem Berufsleben kennengelernt und zum Teil auch an der Bekämpfung solcher Erkrankungen selbst geforscht. Wir hören aus den Medien (auch von anerkannten Experten), dass auch diese Experten noch keine wirklich überzeugenden Erklärungen haben und gelegentlich gerade wegen ihres Expertentums oft nicht wirklich überzeugende Meinungen haben. Der Grund dafür ist, dass besonders jüngere Wissenschaftler in einem Studiensystem aufgewachsen sind, dass zu viel Wert auf Spezialisierung legt und die sich an jedem Strohhalm festhalten. Der Fehler (der für fast alle Wissenschaften gilt) ist, dass diese „Strohalme“ unverzüglich publiziert werden, was leider an unseren universitären Systemen liegt, die oft nur finanzielle Mittel bereitstellen, wenn eine möglichst große Zahl an Publikationen vorliegt.

 

Wissenschaftliche Erfolge können für die Politik tatsächlich oft wünschenswert sein (man denke nicht zuletzt an den dringenden Appell Hitlers, die Atombombe in Deutschland zu entwickeln oder die „Vergeltungswaffen“ - so funktioniert Forschung nicht! Wissenschaftliche Erfolge entstehen nicht unter Druck (auch in der Industrie nicht) – sie brauchen „Intuition“, die sich am besten in einer fast spielerischen Umgebung einstellt.

 

CORONA ist ein außerordentlich komplizierter Virus. Selbst wenn viele „Spezialisten“ meinen, sichere Impfungen oder Gegenmittel könnten in ein bis drei Jahren bereit stehen, werden sie sich irren. Erfolge an Mäusen (oder an mutigen Menschen) sind erst der Beginn einer Arzneimittelentwicklung – die unbedingt erforderlichen klinischen Versuchsphasen (meist drei Phasen) sind äußerst teuer und dauern in der Regel einige Jahre, bevor sie von der FDA (Food and Drug Administration) und das Europäische Amt der EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency) in Amsterdam zum Verkauf freigegeben werden.

 

FACIT: CORONA wird uns noch lange gesundheitlich und volkswirtschaftlich in Atem halten.

 

(AR)

 

27.04. 2020

 

P.S.

 

Seit Anfang 2021 kennen wir zwar mehrere Impfstoffe, einen Durchbruch bei der Bekämpfung der tückischen Krankheit werden wir vermutlich nicht so schnell erleben, wie die PolitikerInnen es immer wieder betonen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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