Strahlende Tage – von Fukushima bis Katzenfutter

 

Katzenfutter - © pfotenliebeshop.de

 

 

Es war wieder ein strahlend heller Atomtag in Fukushima angebrochen.

 

Am gleichen strahlenden Tag wurden soundsoviele Menschen in Syrien und anderen Regionen getötet. Das von den Außenministern Kerry und Lawrow ausgehandelte Syrien-Abkommen ist eine Woche später schon wieder wertlos. Es kann daher naturgemäß weitere jahrelange durchverhandelte Nächte und Arbeitsessen in der UNO geben, solange bis die alten Machtstrukturen in den arabischen Ländern wieder hergestellt sind und die Zahl der Opfer genügend hoch ist(1).

 

An einem strahlenden Tag hatte man in Baden-Württemberg vor einiger Zeit grün-rot gewählt - Fukushima und Bahnhof 21 zwangen die Menschen zum Handeln.

 

Anm.: Ich habe 29 Jahre in Baden-Württemberg gelebt – das Land verdiente seinen relativen Wohlstand durch eine vorwiegend mittelständische aber auch durch Großindustrie. Die Basis des wirtschaftlichen Wohlstandes beruhte auf einer konservativ-liberalen Gesinnung, bei der sogar die Sozialdemokraten geistig einschließbar waren. Ich habe während meiner langen Zeit in Deutschland festgestellt, dass der Unterschied zwischen Hysterie und Sensibilität (wie es die Deutschen lieber ausdrücken) gar nicht so groß ist.

 

An weiteren strahlenden Tagen finden in Deutschland und Österreich Wahlen statt, nach denen sich kaum etwas ändern wird – obwohl „Themeninhalte“ gegenüber früheren Wahlen durch PolitikerInnen, Meinungsforscher, Kolumnisten und Journalisten in einer Weise hochgespielt werden, sodass Wunschdenken und Realität immer weiter auseinander klaffen.

 

An irgendeinem strahlenden Tag werden die Japaner ihre Atom- und Erdbebenkatastrophen besser und schneller gelöst haben als die UNO ihre scherwiegenden Probleme mit Syrien (auch schneller als Ungarn sein Problem mit den Romas).

 

An strahlenden Tagen fressen die Katzen jetzt Katzenfutter, das ihnen laut Fernsehwerbung, mit etwas „Grünem“ auf anständigen Tellern serviert, besser mundet als rohe Mäuse.

 

Katze müsste frau/man sein – nicht nur an strahlenden Tagen.

 

(20.9.2013)

 

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(1) Die Medienredaktionen in aller Welt strahlen, weil es so viel zu berichten gibt – ihre Korrespondenten „vorort“ werden weniger begeistert sein - sie sehen und spüren das alles mit eigenen Augen, leben unter ungeheurem Stress und setzen ihr Leben ein. Die Frage ist erlaubt, warum jeder Fernsehsender eigene Korrespondenten in alle Gefahrenzone der Welt entsenden muss – offenbar nur deswegen, dass öffentliche und private Sender ihr Renommée gegenseitig dadurch zu steigern versuchen, mit möglichst noch sensationelleren Nachrichten aufzuwarten.

 

 

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