Warum gibt es den Tod? – Vielleicht weil wir die Variante "Laborjournal Nr. 2733/5/me-4" sind? 

 

 

Hugo Simberg "Der Garten des Todes" (1896) - copyrights exspired

 

Der/die LeserIn darf keine gültige Antwort erwarten – für etwas Selbstverständliches gibt es keine Antworten – aber warum ist der Tod eigentlich selbstverständlich? Selbstverständlich ist doch nur etwas, was sich von selbst verstehen lässt und vielleicht übersteigt die Frage der Selbstverständlichkeit ja mein Verständnisvermögen, was immerhin möglich wäre. Wenn ich jedoch anderen die gleichen Fragen stelle: „warum gibt es den Tod?“ und „warum ist der Tod selbstverständlich?“, weiß auch niemand eine Antwort darauf – mit der Selbstverständlichkeit scheint es daher wohl nicht so „selbstverständlich“ zu sein. „Selbstverständlich“ hat jedEr eine Antwort parat, z.B. dass alles was entstanden ist, auch vergehen muss, oder dass die Geburt der Anfang des Todes sei …. oder die komplizierten wissenschaftlichen Erklärungen, die ich als biochemisch und humangenetisch „Gebildeter“ einigermaßen kenne und mit denen ich fast jedes Auditorium (außer mich selbst)  überzeugen könnte – das alles geht an der zentralen Frage des „Warum“ vorbei, weshalb ich meine Frage etwas präzisiere:

 

Warum entsteht etwas, wird geschaffen, nur damit es wieder vergeht – stirbt – „entschaffen“ wird. Ich meine damit nicht meine Person, die Schaffung der Menschheit, die Schaffung der Tiergattung X, der Pflanzenart Y, unseres Planetensystems bzw. des ganzen Universums – sondern warum etwas offenbar nur zu dem Zweck geschaffen wird, um zu vergehen. Es könnte ja auch etwas geschaffen werden um zu bleiben – was einem vernunftbegabten Wesen wie dem Homo Sapiens jedenfalls viel vernünftiger erschiene, als etwas zu schaffen, das gleich wieder kaputt geht.

 

Das wäre also die zentrale Frage, die alle anderen Fragen einschlösse (auch die der Titelüberschrift) und zu der es mehrere Antworten gäbe:

 

1. Ich weiß es nicht.

 

2.  Der Schöpfer weiß es.

 

3.  Der Schöpfer weiß es auch nicht – eine solche Unterstellung ist (nur) philosophisch gesehen  erlaubt.

 

4.  Der Schöpfer ist ein Spieler (respektvoller: ein Experimentator), der – vielleicht aus Langeweile – vielleicht jedoch aus dem Bedürfnis endlich etwas Sinnvolles zu schaffen, verschiedene Varianten(1) ausprobiert, von denen wir möglicherweise die Variante 2733/5/me-4 seines Laborjournals sind.

 


(1) Selbst wenn diese Vorstellung den gängigen Religionsvorstellungen kaum entspricht, so wäre doch als Erklärung (nicht nur für das Christentum) die Antwort denkbar: Gott fühlt sich als „liebender Gott“ auch für seine Zwischenversuche verantwortlich und hat das Christentum zumindest für die Variante 2733/5/me-4 als bestmögliche (Zwischen)lösung geschaffen.

 

(Version 21.06.2012)

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