weiterfahren

 
Innsbruck, Holzsteg - © Alfred Rhomberg

 

 

 

Hell beleuchtete Landschaften und dunkle Städte - wie viele noch?

Keiner der Reisenden weiß, an welchen Stationen

und wie lang der Zug dort hält,

irgend jemand hat die Fahrpläne entfernt –

vielleicht um Reisende nicht zu verwirren?

Oft wollte man den Zug verlassen um zu verweilen,

an einem ehemals vertrauten Ort -

einige Tage, Stunden nur,

 

fremde Gesichter überall,

verstummt sind die hellen Stimmen der Erinnerung,

gelegentlich ein fast vertrautes Antlitz

das fremder wird, je näher man sich kommt -

fremd die Umarmung und ein fremder Kuss.

 

Zurück zum Zug, der schneller fährt als vorher,

und nur der Zugführer kennt Plan und Ziel -

sinnlos nach ihm zu suchen - sein Platz scheint leer,

man muss schon an ihn glauben

und dass er keine Haltesignale übersieht.

 

Wieder hält der Zug und andere steigen ein

fragend, ob sie sich im rechten Zug befänden,

die Reisenden betrachten prüfend jeden neuen Passagier,

sie nicken – unwissend und stumm.

 

Der Zug hält in einem dunklen Tunnel – weshalb?

Die Reisenden warten voller Angst – doch geht es weiter jetzt,

die Reisenden umarmen sich,

 

weiterfahren…

weiterhoffen…

auf neue Landschaften im warmen Licht der Sonne.

 

 

(Version 31.1.2015)

 

 

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