Eine ziemlich eitle Kuh

 

Eitle Kuh - © Alfred Rhomberg

 

 

Irgendwo in Almenruh,

lebte eine ziemlich eitle Kuh.

Statt auf der Wiese Gras zu fressen,

hatte sie höhere Interessen,

sie blätterte in Beauty-Magazinen,

trank Sekt, aß Auberginen...

und jeden Stier fand sie zu dumm,

sie fühlte sich als Heidi Klum.

Doch „sein“ und „fühlen“ ist nicht dasselbe –

und wenn sich darauf gar nichts reimt

so ist das auch nicht weiter schlimm -

(schlimm ist nur wie es weitergeht):

 

Die Kuh wurde überall verachtet

und bald darauf geschlachtet.

Sie landete in Kühlregalen,

in Plastik feinverpackt mit Gütesiegel

die High Heels auf dem Abfallhügel.

 

Die Eitelkeit, oh vanitas,

macht nur den Literaten Spaß.

 

Wir wollen hier - besondes in memoriam - jedoch nicht allzu streng mit der eitlen Kuh umgehen, oder gar moralisieren, sie hatte sich einfach nur geirrt und war einem Zitat von Johann Gottfried Kinkel (1815-1882) gefolgt:

 

                                         Der kann’s weit bringen in der Welt,

                                         der gar nicht fragt, ob er gefällt.

 

Aber vielleicht waren die Zeiten ja früher anders - und dieses Zitat gilt heute gar nicht mehr?

 

 

(28.9.2016)

 

 

 

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