Bauch versus Kopf


 

Faligny - © Alfred Rhomberg, siehe "Seelenatome" in der Anm.

 

 

 

Bauch versus Kopf

 

 

Viele Leute lösen ihre Probleme heute "aus dem Bauch heraus" -

das kann gut gehen, hängt jedoch davon ab, was in dem Bauch drin ist.

Der Bauch ist – medizinisch gesehen – notwendig, jedoch meist ein schlechter Ratgeber,

wenn es um andere Dinge als um Wurstsemmeln geht.

Auch der Kopf ist – medizinisch gesehen – notwendig,

selbst wenn er nur dazu angestrengt wird,

den Bauch mit Wurstsemmeln zu versehen.

 

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Anm.: Tatsächlich hat „der Bauch“ einen wesentlichen Anteil im Zwischenspiel von Vagusnerv und Symphatikus – also den beiden Gegenspielern unseres zentralen Nervensystems. Über ein kompliziertes System gelangen Informationen von Auge zum Körper. Gleichzeitig wird über den Vagusnerv das sogenannte Bauchhirn über Notsituationen (z.B. bei Schmerzen oder Prüfungsängsten) innerhalb von wenigen Millisekunden “informiert”. Wenn die Zentrale im Kopf Anspannung und Furcht wahrnimmt, dann informiert es das “Bauchhirn”. Dieses schüttet hochwirksame Stoffe wie Histamin aus, die Nervenzellen im Verdauungskanal sensibilisieren und aktivieren. Dadurch werden die Darm-Muskelzellen kontrahiert, wobei dann oft Krämpfe oder Durchfall die Folge sind. Auch am “Lampenfieber” dürfte das Bauchhirn nicht ganz unbeteiligt sein!

 

Hirnprozesse sind jedenfalls nicht so einfach zu verstehen, wie es sich Demokritos (460-371 v. Chr.) als Begründer des Atomismus vorstellte. Für Demokritos waren die „Seelenatome“ runde Kugeln, die z.B. bei Alkoholgenuss aufgrund ihrer Kugelgestalt leicht „durcheinander“ geraten. Heute wird dafür stattdessen das ZNS (Zentrales Nervensystem) verantwortlich gemacht.

 

So wird aus poetischen Vorstellungen schnell banale wissenschaftliche Kausalität.

 

 

(11.10.2014)

 

 

 

 

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