Take the X-Train

 

 

Kreuz I (c) Alfred Rhomberg

 

Frau/man muss oft lange warten bis der X-Train einfährt – schon dem „A“ Train in New York haftet etwas Eigenwilliges an, er kommt, wann er will (so heißt es). Vielleicht musste Billy Strayhorn (1) einmal besonders lange warten, bis ihm seine berühmte Composition „Take the A Train“ (die spätere Kennmelodie von Duke Ellington) einfiel.

 

Beim X-Train ist es etwas anderes was ihn so unheimlich macht – er kommt nicht wann er will – er kommt, wann er darf. Wer bestimmt dieses „Dürfen“ ? Manche sagen, es läge im Sinne irgend einer mysteriösen Subway Gesellschaft, die dem X-Train sein Kommen und Gehen vorschreibt, andere behaupten, dies sei von Gott persönlich so geplant – however!

 

Wer auf den X-Train wartet ist zu unruhig um ihre/seine Gedanken sammeln zu können, geschweige denn, etwas zu komponieren – es ist ja nicht jedEr ein Genie wie Billy Strayhorn oder Duke Ellington. Mir zum Beispiel fallen eher seins-philosophische Gedanken ein und daraus lassen sich beim besten Willen keine gute Jazzkompositionen ableiten – „I exist because I exist“ wäre zu wenig, um etwas Brauchbares daraus zu machen, obwohl der Satz stimmt und viele moderne Texte von Liedsongs deswegen nicht stimmen, weil sie meist “nicht stimmen” und weil sie unehrlich sind und weil viele Menschen diese Unehrlichkeit nicht erkennen – sonst würden viele CD’s nicht gekauft und es gäbe auch keine GewinnerInnen bei Song Contests – nur VerliererInnen. Die Besten von allen Schwachsinnigen sind - mit wenigen Ausnahmen, immer noch schwachsinnig – auch wenn sie als beste Schwachsinnige von der Jury gewählt werden.

 

Ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus. Der X-Train hat keinen Fahrplan, niemand weiß, wann er kommt und wohin er fährt – der Tod kommt, wann es die mysteriöse Subway Gesellschaft oder Gott will!

 

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(1) Billy Strayhorn (1915-1967) war einer der berühmtesten US-Jazz-Komponisten

 

Nach diesem etwas "mystischen" Text möchte ich meine LeserInnen nicht in einer vielleicht allzu nachdenklichen Stimmung zurücklassen und schlage das Anhören von "Take the A-Train" vor: Nachdem die ursprünglich an dieser Stelle vorgeschlagene Fassung von "Take the A-Train" von Billy Straihorn in youtube nicht mehr verfügbar ist, habe ich sie durch die Fassung von Duke Ellington ersetzt, der „Take the A-Train“ zu seiner Kennmelodie gemacht hatte - eine Fassunng die "atmosphärisch" der Billy Strayhorn-Fassung sogar überlegen ist:

 

https://www.youtube.com/watch?v=cb2w2m1JmCY

 

 

(2010/2015)

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