Wissenswertes über das Tiroler Bergschaf

 

Zugegeben, das sind keine Tiroler Bergschafe, sondern Camargue-Stiere, die "Igler Reflexe" machen es sich u.a. zur Aufgabe, gelegentlich auch auf weniger beachtete Tiere aufmerksam zu machen - © Foto Alfred Rhomberg

 

Vor einiger Zeit erhielt ich mit der Post ein an mich adressiertes Journal vom Tiroler Schafzuchtverband (dem ich nicht angehöre). Der Adressat wohnt nur etwa 4 Hausnummern von mir entfernt – es gibt allerdings auch dort keinen Namensvetter des angeschriebenen Namens, sodass es sich bei der Fehlzustellung um keine Namensverwechselung, sondern um eine postalische Schlamperei gehandelt haben muss. Namensverwechselungen wäre ich gewohnt, da mein aus Vorarlberg kommender, bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgbarer Name besonders in Vorarlberg und Tirol so weit verbreitet ist, dass ich recht häufig bei Beschwerden gegen einen meiner Namensvetter als erstes angerufen werde, weil ich im Telefonbuch an erster Stelle aufgeführt bin. Man scheint offenbar davon auszugehen, dass ich alle ca. 10000 lebende NamensvetterInnen persönlich kennen müsse. Das würde jetzt jedoch vom Thema wegführen – nämlich vom Tiroler Bergschaf, das ich bisher nur in zubereiteter Form auf dem Teller und gelegentlich in unzubereiteter Form von Bergwanderungen her kannte. Einiges Wissenswertes möchte ich jetzt nach der Lektüre des Journals vom Tiroler Schafzuchtverband weitergeben. Zugegeben – ich weiß noch nicht alles, könnte mich jedoch durch den in dem genannten Journal ausführlichen Veranstaltungskalender (Termine Schafe) durcharbeiten und später mehr über diese Tiere berichten. Ob meine Kräfte dazu ausreichen ist allerdings ungewiss – das Tiroler Bergschaf ist nämlich ein sehr beliebtes und in der Literatur oft beschriebenes Tier.

 

Daher nur das Wichtigste:

 

1. Es gibt neue Mitarbeiter im Verband (daran hatte ich bei der Beliebtheit von Bergschafen nie gezweifelt).

 

2. Es gibt die „Blauzungenkrankheit“, die aber – so das Journal, von Tierärzten, ständig überwacht wird (Anm.: solche Maßnahmen sind bei Menschen mit blauem Blut in den Adern bekanntlich noch nicht vorgesehen).

 

3. Im Sektor „Lammfleisch“ wurde ein neuer Arbeitskreis gegründet (klingt recht vielversprechend).

 

4. Es gibt züchterische Vorschriften, u.a.: „Schafe sind ausschließlich mit Fleischwiddern jener Rassen, die im Tiroler Herdebuch eingetragen sind, anzupaaren“.

Anm.: Gottlob fehlt eine solche Vorschrift in jenem Buch, in welchem alle Vertreter meines Namens verzeichnet sind (also auch einer Art „Herdebuch“).

 

5. Es gibt Ankaufsbeihilfen (für Schafe: max. 50 Euro für Schafe und 200 Euro für Widder).

Anm.: Aufgrund meiner Wohn- und Gartenverhältnisse kann ich wohl keinen Gebrauch solcher Beihilfen machen (über Ankaufsbeihilfen für Lammbraten fehlten Angaben).

 

6. Das Journal gratuliert einem neu getrauten Paar (diesmal handelt es sich wohl nicht um Schafe, wie man einer e-mail Adresse entnehmen kann).

 

7. Beeindruckend sind auch die Orden und Ordensschleifen mit denen bei Jubiläumsausstellungen prämierte Schafe ausgezeichnet werden (man sieht deutlich den stolzen Blick der ausgezeichneten Schafe).

 

8. Aussterbende Rassen werden gefördert (z.B. die Gemsfärbige Gebirgsziege, die ich vermutlich deswegen nicht kenne, weil sie eben schon fast ausgestorben ist).

 

9. Wichtig scheinen mir die Gewährleistungsbestimmungen bei weiblichen Zuchtschafen zu sein.

 

10. Bei den Zuchtschafeversteigerungen sind Aufnahmegebühren von 52 – 80 Euro (je nach Schaftyp) zu entrichten – da bleibt bei den oben genannten Anschaffungsförderungen wohl nicht viel übrig?

 

Leider glitt das Journal dann in die seichten Gewässer der Pferdezuchthaltung ab, weshalb ich an dieser Stelle schließe.

 

Anm.: Ich habe mich bemüht, wörtlich zu zitieren, allenfalls meine kritischen Anmerkungen wären daher anfechtbar. Ich würde mir wünschen, dass ein Bergschafvereinsmitglied genauso objektiv berichten würde, falls ihm einmal ein Exemplar des „Journal of Heterocyclic Chemistry“ fahrlässigerweise ins Haus zugestellt würde.

 

(Version 13.2.2014)

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