Zu kalt für Liebe – fünf Gedichte ohne Interpunktionen

 

zu kalt für Liebe - © Alfred Rhomberg

 

 

 

Die Kälte fällt klirrend herab

wenn ich sie aufhebe

schmilzt sie in meinen Händen

dann sind meine Hände kalt

und wollen gewärmt werden

am liebsten am Busen einer Frau

welcher das nicht mag

ich sage ja stets

Kälte sei beziehungsavers

 

 

Die Kälte trübt Sinne und Sinnlichkeit

nicht sense and sensibility

ich genieße den erotisch duftenden Glühwein

der alle Dinge wohlig verfärbt

jetzt sehnt sich mein Inneres nach

ich erwähnte es schon      

aber ich bin allein

deshalb trinke ich noch zwei Gläser des duftenden Nektars

der meine Sinne doppelt wohlig verfärbt

nun ich sehe zwar vieles doppelt

und bin doch doppelt allein

 

 

Eiszapfen sind so unromantisch

ich mag sie nicht

besonders wenn sie herabfallen

und sich in mein Hirn bohren

ich wäre dann zu keiner Liebeserklärung mehr fähig

zu ganz einfachen Worten wie

ich liebe dich      ti amo      я люблю тебя

 

 

Heiße Küsse in klirrender Kälte

rufen nach einem warmen Raum

in welchem engumschlungen

das wilde Treiben der Schneeflocken

durch die trennende Wand des Fensters

nur gelegentlich bemerkt wird

wenn die weißen Flocken

sehnlich fast voyeuristisch

das Fenster durchbohren wollen

 

 

Ich weiß es nicht sagte sie

bevor er frierend nach Hause ging

die Worte ließen ihn nicht mehr los

dieses ich weiß es nicht

war es ein Abschied

oder nur die Müdigkeit einer durchtanzten Nacht

es war seine erste Liebe

 

 

(8.1.2017)

 

"Kulturforum-Kontrapunkt" - Index/ HOME
Druckversion Druckversion | Sitemap
Impressum: inhaltlich verantwortlich Dr Alfred Rhomberg, Der Name des Magazins "Igler Reflexe" sowie alle Inhalte unterliegen dem copyright von Dr. Alfred Rhomberg, bei Bildinhalten gilt das jeweilige copyright der Herkunftsquellen.