CORONA – eine neue Bedrohung und derzeit noch keine Ende der Folgen abzusehen

 

Es sind wieder mehrere Monate her, dass ein „Igler Kommentar“ hier veröffentlicht wurde. Der Grund dafür waren die gewaltigen Zwistigkeiten zwischen und innerhalb aller Parteien -  nicht nur in Österreich und Deutschland, sondern in allen Ländern mit demokratischen oder pseudodemokratischen Strukturen. Der Kommentator nimmt bekanntlich bewusst nicht zu tagespolitischen Ereignissen Stellung, sondern versucht, bereichsübergreifende Sichten zu vermitteln.

 

CORONA

 

Für einen ehemaligen Pharmaforscher eines großen Pharmakonzerns ist es ernüchternd, dass uns das Problem vermutlich noch lange verfolgen wird. Ich habe mehrere große Pandemien in meinem Berufsleben kennengelernt und zum Teil auch an der Bekämpfung solcher Erkrankungen selbst geforscht. Wir hören aus den Medien (auch von anerkannten Experten), dass auch diese Experten noch keine wirklich überzeugenden Erklärungen haben und gelegentlich gerade wegen ihres Expertentums oft nicht wirklich überzeugende Meinungen haben. Der Grund dafür ist, dass besonders jüngere Wissenschaftler in einem Studiensystem aufgewachsen sind, dass zu viel Wert auf Spezialisierung legt und die sich an jedem Strohhalm festhalten. Der Fehler (der für fast alle Wissenschaften gilt) ist, dass diese „Strohalme“ unverzüglich publiziert werden, was leider an unseren universitären Systemen liegt, die oft nur finanzielle Mittel bereitstellen, wenn eine möglichst große Zahl an Publikationen vorliegt.

 

Wissenschaftliche Erfolge können für die Politik tatsächlich oft wünschenswert sein (man denke nicht zuletzt an den dringenden Appell Hitlers, die Atombombe in Deutschland zu entwickeln oder die „Vergeltungswaffen“ - so funktioniert Forschung nicht! Wissenschaftliche Erfolge entstehen nicht unter Druck (auch in der Industrie nicht) – sie brauchen „Intuition“, die sich am besten in einer fast spielerischen Umgebung einstellt.

 

CORONA ist ein außerordentlich komplizierter Virus. Selbst wenn viele „Spezialisten“ meinen, sichere Impfungen oder Gegenmittel könnten in ein bis drei Jahren bereit stehen, werden sie sich irren. Erfolge an Mäusen (oder an mutigen Menschen) sind erst der Beginn einer Arzneimittelentwicklung – die unbedingt erforderlichen klinischen Versuchsphasen (meist drei Phasen) sind äußerst teuer und dauern in der Regel einige Jahre, bevor sie von der FDA (Food and Drug Administration) und das Europäische Amt der EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency) in Amsterdam zum Verkauf freigegeben werden.

 

FACIT: CORONA wird uns noch lange gesundheitlich und volkswirtschaftlich in Atem halten.

 

(AR)

 

27.04. 2020

 

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